Batzen Häusl

 608 Jahre Tradition

Das Batzen Häusl

 

Begonnen hat alles als Buschenschank, der zur Künstlerkneipe wurde – und jetzt als Wirtshaus mit Biermanufaktur weiterlebt. Die Geschichte im Zeitraffer.

1404 gelangen Ordensbrüder des Deutschen Ordens in den Besitz dieser „Schänke“. Sie ist fortan Hospiz des Deutschen Ordens. 1756 tritt die Bezeichnung „Batzenhäusl“ erstmals urkundlich in Erscheinung: Das Maß Wein – das ist etwas mehr als ein heutiger Liter – kostet damals nur einen Batzen (4 Kreuzer); daher kommt auch der Namen, der bis heute besteht.

1810 war es mit der Weinseligkeit vorbei: Napoleon schlägt die Tiroler Freiheitskämpfe nieder und die Ballei des Deutschen Ordens wird aufgelöst. 1813 ersteht Joseph Lun, ein Frächter aus Unterinn, das Batzen Häusl. 1828 geht es in den Besitz von Alois Egger über. Ab 1862 folgen eine Reihe von weiteren Besitzerwechseln.

Hochblüte als Künstlertreffpunkt

Maria Brader und ihr Mann Engelbert Trebo übernehmen das Batzen Häusl im Jahre 1882 und richten in den Obergeschossen das Künstlerstübele und andere Stuben ein. Diese Stuben werden das gesellige Zentrum und der Zechraum der erlauchten Gesellschaft. 1889 legt der Künstler Anon Braith mit seinem gemalten Kuhkopf den Grundstock für die einzigartige Gemäldesammlung. Die Hochblüte als Treffpunkt der Künstlerzunft erlebt das Haus mit dem Aufenthalt des berühmten Malers Franz Defregger in Bozen. Die Wirtsleute Trebo führen das Batzen Häusl 28 Jahre lang, die Bildergalerie wächst und das Haus kommt zu internationalem Ruhm. Am Ende sind es 250 Objekte: Bilder, Zeichnungen, einige Skulpturen und illustrierte Verse von Dichtern oder Schriftstellern. Die Sammlung der  98 verbliebenen Originale befindet sich heute auf Schloss Prösels in Völs.

Die Wirren der Kriege

1910 wird das Batzen Häusl zuerst von Georg Springer gekauft, der es noch im gleichen Jahr an Emanuel Eisenmeyer – Kellermeister aus Pilsen – abtritt, der es dann wiederum 28 Jahre mit seiner Frau Auguste führt. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges versiegt der Besucherstrom, doch auch in Kriegs- und Zwischenkriegsjahren finden berühmte Besucher wie der Maler Albin Egger-Lienz den Weg ins Batzen Häusl. 1944 wird das Haus durch den auf Bozen niederrasselnden Bombenhagel nicht verschont und arg in Mitleidenschaft gezogen. Neun Jahre lang steht es als Halbruine da, bis es der Gastwirt Joseph Waser 1953 erwirbt und in seiner ursprünglichen Gestalt wieder herstellt. Er muss es aber 1955 aufgrund seiner Schulden an Robert, Renate und Wilhelmine Thiele verkaufen. 1963 bekommt das Batzen Häusl mit Gertrud und Elisabeth Kastlunger aus Imst neue Besitzer, die es schließlich im Erbwege an die Geschwister Kleidorfer aus Kufstein weitergeben.

Von Wein zu Bier

2002 geht das Batzen Häusl an den heutigen Besitzer über, der es schonend weiter entwickelt und nun mit einem großen Biergarten und dem modernen Sudwerk harmonisch ergänzt hat.

2012 wurde im Rahmen der Erweiterung des historischen Gastbetriebes „Batzenhäusl“ die neue Brauerei mit dazugehörigem Biergarten errichtet, gestaltet vom Planungsbuero Mkstudio, Bozen. www.mkstudio.bz.it